»Gegenwärtig sein«

Als erstes mache dir bewusst, dass du den Augenblick, der sich gerade jetzt abspielt, nicht wirklich wahrnehmen kannst. In dem Moment, wo du über die Gegenwart nachdenkst, oder versuchst den Moment zu beschreiben, bist du bereits in der Vergangenheit. Im Grunde siehst du in der Gegenwart immer nur deine nach außen projizierten Gedanken und nicht den wirklichen Augenblick. Der Verstand kann sich nur mit der Vergangenheit beschäftigen, weil der die Gegenwart (noch) nicht kennt.

ÜBUNG:

Versuche diese Übung immer wieder mit geschlossenen Augen zu machen und erforsche dabei deine Gedanken, indem du dir einen aktuellen Moment aus deinem Leben herausgreifst: „Ich denke offensichtlich über … nach.“ Beispiel: „Ich denke anscheinend über meinen Nachbarn, … über meine Erledigungen, … über meinen Ärger mit … nach.“ Erforsche vor allem alle Einzelheiten, auch deine Gefühle dazu. Halte dann inne und werde dir bewusst, dass du jetzt mit vergangenen Gedanken beschäftigt bist. Diese haben nicht die Qualität der Gegenwart.

Mach dir darüber klar, dass es nur einen Moment gibt, der wirklich ist: die Gegenwart. Es gibt keine andere Zeit. Dein Verstand respektive dein Ego kann die Zeit nicht verstehen und versteht auch nicht, was gerade jetzt passiert. Ein Erwachen kann nur im Hier und Jetzt stattfinden. Gegenwart ist der Moment, wo Leben geschieht. Erst wenn dein Geist leer, anstatt mit Worten, Gedanken und Ideen erfüllt ist, schaust du in die Unendlichkeit des Seins.

©2021 André Hammon (Inspiriert aus dem spirituellen Referenzwerkzeug für das neue Jahrtausend „Ein Kurs in Wundern“)

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