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Geld – Fluch oder Segen?

Wir alle kennen Redewendungen wie „Geld regiert die Welt“ und oft haben wir auch durch die Ereignisse in unserem Leben die Wahrnehmung, dass dem so ist. Die aktuelle Krise der Finanzmärkte scheint der äußere Beweis zu sein, dass Geld ein zentraler Aspekt menschlichen Lebens geworden ist. Das ist aber nicht neu. Geld und Besitz spielten auch in vergangenen Gesellschaftssystemen immer eine herausragende Rolle im menschlichen Bewusstsein. Die Herausforderung heute besteht darin, alte Glaubensmuster aufzulösen und uns neu auszurichten.

Geld offenbart etwas vom Menschen

Geld hat schon immer etwas mit den Menschen gemacht. Es scheint gewisse Haltungen im Menschen sichtbar zu machen (Stolz, Macht, Sicherheit, Unwert, Opfersein, Ohnmacht, Gier, Geiz, Hochmut etc.).
Was beobachten wir heute? Wir erkennen, dass sich der Mensch zu Beginn des 3. Jahrtausends eine gewaltige „Geld-Krise“ mit allen daraus resultierenden Folgen erschaffen hat. Ich spreche bewusst von „Erschaffen“, denn der Mensch hat diese Krise mit seinem Bewusstsein bzw. seinen Überzeugungen selbst hervorgebracht.
Würden wir dem Geld die Schuld dafür geben, wäre das ungefähr so, als würden wir den Regen dafür verantwortlich machen, dass wir nass werden. Es liegt in der Natur des Regens, dass wir nass werden, wenn wir mit ihm in Kontakt sind. Mein Bewusstsein entscheidet darüber, ob ich den Regen verdamme oder ihn einfach als das nehme, was er ist: eine Ausdrucksform von Wetter.
Genauso ist es mit dem Geld. Wie wir über Geld denken, was wir in das Geld hineininterpretieren, was wir von Geld halten oder nicht halten, dass entscheidet ganz alleine das menschliche Bewusstsein. Die Summe aller einzelnen Bewusstseinszustände ergibt unser kollektives Bewusstsein. Viele denken gleich oder ähnlich. Das hat natürlich Folgen. Denn unser Bewusstsein (unsere Überzeugungen) erschafft unsere Realität. Das, was wir glauben, wird zu unserer Erfahrung.

Krisen machen etwas sichtbar

Krisen haben – trotz aller Leiderfahrungen – etwas sehr Nützliches. Wir haben jetzt vielleicht zum ersten Mal die Gelegenheit, Überzeugungen wahrzunehmen, welche uns bis dato gar nicht bewusst waren.
Damit das leichter nachvollziehbar wird, hier ein durchaus alltägliches Beispiel: Ein Mensch macht die Erfahrung, dass er nicht genügend Geld besitzt, um sich gewisse Dinge leisten zu können. Der Selbstwert dieses Menschen kann jetzt sehr unter dieser Realität leiden. Was passiert dabei? Der Wert, den sich dieser Mensch selbst gibt, hat für ihn viel damit zu tun, ob er mehr oder weniger Geld hat. Und von vielen Menschen wird auch ihre Sicherheit im Leben mit Geld verknüpft. Überprüfen wir diese Annahmen einmal auf ihre Wahrheit: Ist ein Mensch weniger wert, weil er weniger Geld hat? Kann die wahre Existenz jemals von Geld bzw. dem Mangel an Geld wirklich bedroht sein? Die Liebe würde solche Fragen mit „Nein“ beantworten. Warum leidet jetzt aber die Selbstliebe dieses Menschen? Weil er glaubt, seine Existenz habe mit dem Materiellen zu tun. Weil er glaubt, dass ein Mensch wertvoller ist, wenn er mehr Geld hat. Wer ist aber für diesen Glauben verantwortlich? Wer ist der Besitzer dieser Überzeugung? Wer hat sie erschaffen? Wenn viele so glauben, wird dieses Glaubensmuster kollektiv sehr stark und die breite Masse glaubt, dass Selbstwert, Existenz und Sicherheit etwas mit Geldbesitz zu tun haben.
Wenn dies aber nicht die Haltung der Liebe ist, wessen Haltung ist es dann? Es können nur Gedanken der Angst sein. Die unbewussten Ängste kommen hoch, die Existenz scheint bedroht. Das Ego (die Angst) will uns dies glauben machen.

Wir sind in einem kollektiven Bewusstseinswandel

Das alte kollektive Denken basierte auf Separatismus und Abtrennung. Das menschliche Bewusstsein fühlte sich getrennt von „allem, was ist“ und agierte aus diesem Bewusstsein heraus. Diese scheinbare Abtrennung brachte alles hervor, was die Menschheit bisher erfahren hat und auch heute noch erfährt (Kriege, Gewalt, Ausbeutung, Krisen, Krankheit etc.). Alles ging von dem Grundgedanken aus, dass wir von den anderen und „Gott“ getrennt sind. Was wir dabei als „Gott“ bezeichnen, ist ohne Bedeutung. Wir können auch Universum, Quelle allen Seins, Einheit, allumfassende Liebe, Alles was ist, das Große Ganze usw. sagen.
Geld nahm im menschlichen Bewusstsein den Platz der Liebe ein. Mit Liebe meine ich nicht unsere romantisierte Vorstellung von Liebe, sondern die „Essenz von allem, was ist“ – die Kraft, die alles durchdringt, alles erschafft, alles ist. Geld, so glaubten wir bisher, könne uns all das geben (Glück, Sicherheit, Macht etc.). Dieser Prozess in der Evolution war beabsichtigt und für die Entwicklung des Bewusstseins von großer Bedeutung.
Heute leben wir in einem gewaltigen Veränderungsprozess des menschlichen Bewusstseins. Viele Menschen erkennen immer mehr ihr „wahres Selbst“, und dieser Wachstumsprozess in der Evolution des Bewusstseins wird große Veränderungen hervorbringen. Wo vorher das Bewusstsein der Trennung war, wird immer mehr das Bewusstein von Einheit und Verbundenheit sein. Der Mensch wird sein Denken und Tun immer mehr auf das Wohl des Großen Ganzen ausrichten. Wohlstand und Reichtum auf der materiellen Ebene wird nicht mehr das oberste Ziel sein und dennoch als Geburtsrecht von jedem erkannt sein. Reichtum und Wohlstand im Außen sind die logische Folge von innerem Reichtum („Innen wie Außen“).

Alte Glaubensmuster dürfen sich verändern

Woher stammen nun unsere Glaubensmuster zum Thema Geld? Wir können uns leicht vorstellen, dass das menschliche Bewusstsein in früheren Epochen schon die unterschiedlichsten Erfahrungen mit Geld gemacht hat. Wir haben in unseren Zellerinnerungen und in unseren Bewusstseinsspeichern viele Gedanken, Überzeugungen und Gefühle zu gemachten Erfahrungen abgelegt. Wie auf einer unsichtbaren Festplatte sind diese energetischen Informationen gespeichert und wirken noch heute in unser Leben hinein. Meine langjährigen Erfahrungen mit der systemischen Arbeit belegen eindeutig die Anwesenheit dieser „Altlasten“.
Gedanken, Überzeugungen und Gefühle sind Energie. Energie erzeugt die Erfahrung (unsere Realität). Alle Gedanken und Überzeugungen, alle unbewussten Schuld- und Schamgefühle erschaffen die dazugehörende Realität. Doch wir leben jetzt in einer Zeit, in der wir unsere „Rucksäcke“ entleeren und unser Bewusstsein von allen Selbstverurteilungen, Schuld- und Schamgefühlen, alten Opfererfahrungen, religiösen Armutsgelübden etc. befreien können. Aus der Sicht der allumfassenden Liebe ist Reichtum auf allen Ebenen unseres Seins unser Geburtsrecht. Früher hat man den Menschen erzählt, sie müssten arm sein, damit Gott sie liebt. Geld sei etwas Teuflisches und verderbe den Geist. Vieles davon glauben wir auch heute noch: Haste nix, biste nix. Geld macht korrupt. Geld stinkt. Geld ist der Untergang der Zivilisation. Geld entzweit die Menschen. Wenn ich nicht genug Geld habe, gehöre ich nicht dazu. Nur wenn ich viel Geld habe, kann ich glücklich sein. Viele dieser Überzeugungen erleben wir auch heute noch als Realität. Ist es nicht sehr interessant, was wir dem unschuldigen Geld alles aufbürden?
Geld ist das, was ich darüber denke. Würde ich das Geld fragen, wer oder was es ist, würde es mir wahrscheinlich antworten: „Ich bin alles, was du glaubst, was ich sei. Du machst mich zu dem, was ich bin.“

Heile deine Beziehung zum Geld

Wir haben auf der Welt den Reichtum sehr unterschiedlich verteilt, weil wir im kollektiven Bewusstsein noch Gedanken der Trennung besitzen. Wir können aber das Problem nicht lösen, indem wir den „Armen“ jetzt viel Geld geben. Natürlich hilft das kurzfristig. Aber die Gedanken von Mangel, Trennung und Begrenzung sind immer noch im individuellen und kollektiven Bewusstsein vorhanden. Da unser Bewusstsein unsere Realität erschafft, ist eine nachhaltige Lösung nur über eine Veränderung des individuellen und damit kollektiven Bewusstseins möglich. Jeder von uns kann das kollektive Bewusstsein nur verändern, wenn er sein individuelles Bewusstsein verändert. Jeder hat für sich selbst die Verantwortung. Das geheilte Individuum heilt die Welt.
Daraus ergibt sich eine logische Konsequenz: Ich darf mir erst mal meine eigene Beziehung zum Geld anschauen. Folgende Fragen helfen hier weiter:
  • Was verurteile ich an anderen, was mit Geld zu tun hat?
  • Welche Gedanken und Haltungen habe ich zum Geld?
  • Wie sieht meine Realität im Zusammenhang mit Geld aus (Mangel, Überfluss etc.)?
  • Was wäre, wenn ich nicht mehr genug Geld hätte?
  • Was wäre, wenn ich viel Geld hätte?
  • Kann ich Geld leicht weggeben oder will ich es festhalten?
  • Für was steht Geld in meinem Leben?
Wenn wir diese Fragen aufrichtig beantworten, erfahren wir sehr viel über unsere Einstellung zu Geld, Reichtum und Fülle.

Erkenne dein wahres Selbst

Wir können alle sehr gespannt sein, wie die aktuellen und zukünftigen Krisen das menschliche Bewusstsein verändern werden. Wir werden alle reich belohnt, wenn wir unsere Ängste anschauen, unsere lieblosen Überzeugungen erkennen und uns für unsere Heilung (die Liebe) öffnen. Dieser Prozess wird ein sehr heilsamer sein, und wir können uns immer entscheiden, wie wir darüber denken. Voller Angst oder mit dem verstehenden und wissenden Aspekt der Liebe.
Ich wünsche Ihnen die Erfahrungen mit dem Geld, welche für Sie und Ihre Seele (Ihr wahres Selbst) die besten sind!

Der Autor:

Helmut Weinig, Systeme im Wandel, Ganzheitliche Bewusstseinsentwicklung, Am Schafberg 11, 96193 Wachenroth, Tel. 09548-980007, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein., www.systemcoaching-nordbayern.de

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